Schensi-Hunde, Pariahunde, wildlebende Strassen- und Streunerhunde - Hunde vom Urtyp
AUSTRALISCHER
DINGO:
-
Steppendingo: etwa Schäferhund groß;
-
Bergdingo: etwas kleiner und gedrungener;
-
Norddingo: ähnlich dem Neuguinea Dingo.
Ein mittelgroßer, hochbeiniger, schlankwüchsiger
Hund, annähernd quadratisch, Stehohren, Rute wird säbelartig über den Rücken
getragen, oder hängen lassen,
Gewicht bis 20kg, Größe : bis 50cm Schulterhöhe,
Fellfarben und Qualität je nach Gegend : goldfarben
bis gelbliches Rot, Gelbingwer, Creme, Black&tan, ratrot bis gelblich
rot, dunkelbraun bis schmutzig weiß, selten gescheckt, wolfsfarben oder
reinweiß,““ Gestromt, schwarz, braun, schwarz-weiß, blue – nur bei
Mischungen mit Haushunden.““
Kein Jagdhund bei den Aborigines, nur Jagdbegleiter, aber als Wildling
ein exzellenter Jäger, Wachhund, Wärmekissen, Bettwärmer,
Abfallbeseitiger, und Spielkamerad der Kinder der Eingeborenen. Dingos
leiden in menschlicher Haltung unter extremer Trennungsangst, ausgeprägtes
Problemlösungsverhalten, Durchsetzungsvermögen, hohe Intelligenz,
lernbereit und aufnahmefähig, setzt gelerntes nur um wenn ER einen Sinn
darin erkennt!!, eigenständig, Hang zum Ausreißen und zur Freiheit.
Der Bauernhof Dingo wird an der Forschung
teilnehmen, die durch die Universität von New-South Wales in molekulare
Methoden des Unterscheidens von Dingoes von den Hunden, von den
Hundemischlingen und von den Rückkreuzungen geleitet wird. Die Tests, die
sich entwickelt werden, basieren auf DNA, die vom Blut, von der Haut oder
von anderem Gewebe extrahiert werden kann. Z.Z. haben die
Hochschulforscher Proben von über 60 Dingoes und haben einen Erbfaktor gekennzeichnet, der in
Dingoes und in den Hunden vollständig unterschiedlich ist und folglich
Diagnostic für Hundegeschlecht oder Geschlecht Dingo ist. bestimmte, das
ein Tier reines Dingo ohne
Hundegeschlecht in den letzten 5, oder also ist Erzeugungen dort
jedoch zu sein muss mindestens Bauernhof 10 solcher genetischer markers.
der Dingo sein wird zur Verfügung stellen Blutproben zur Universität, um
ihr research. Viele der Blutproben weiter zu unterstützen, die bis jetzt
erhalten werden, sind gekommen von Dingoes, das am Bauernhof Dingo gezüchtet
wird
(entnommen aus: www.wwins.net.au/dingofram.htm
und von Bablefisch übersetzt).
|
|
Der australische
Dingo:
Eine frühe Haushundform
Autor: Dr. Frank Woerner
Der Australische Dingo ist kein
Wildhund, sondern ein verwilderter Haushund. Der Dingo erlaubt einen
direkten Blick in die ferne, aber gemeinsame Vergangenheit des uralten und
überaus erfolgreichen Gespannes Mensch-Hund. Diesen (überaus spannenden)
Blick gewährt uns der bekannte Biologe und Tierexperte Dr. Frank Wörner.
Die heutigen australischen Dingos
sind mittelgroße Caniden, liegen also zwischen Wolf und Schakal, das Fell
ist kurz bis stockhaarig. Auffallend sind die großen Stehohren und die
oftmals aufrecht getragene Säbelrute. Je nach Lebensraum haben sich drei
leicht unterschiedliche Erscheinungsformen herausgebildet: Der
schäferhundgroße Dingo der offenen Steppe ist hochbeinig und
schlankwüchsig, fast windhundartig. Er ist der Prototyp des Dingos in
unseren Vorstellungen. Der etwas kleinere Bergdingo fällt durch sein
teilweise dickes und fast goldfarbenes Fell auf, während der Norddingo -
heimisch am Golf von Carpentaria und in der Region Darwin - noch am ehesten
an den im Domestikationsprozess schon höher stehenden Neuguineadingo
erinnert. Die australischen Dingos sind im Allgemeinen von rostroter bis
gelblich roter Farbe, sie können aber auch in dunkelbraunen und
schmutzig-weißen Fellfarben angetroffen werden. Selten sind sie gescheckt,
wolfsfarbene Dingos sind nicht bekannt. Als Charakteristikum tragen viele
von ihnen an Pfoten, Rutenspitze und teilweise auch Brust weiße Abzeichen.
Wegfall der Wolfsfarbe
Der Wegfall der Wolfsfarbe geschah vermutlich schon zu Beginn der
Domestikation. Die ursprünglichen Hunde Asiens und Afrikas haben keine
Wolfsfarben, diese findet man in Hundepopulationen nur dort, wo auch nach
der Domestikation ein Einkreuzen von Wölfen relativ häufig war -
insbesondere bei den Nordischen Hunden. Südwölfe sind ebenfalls meist
wolfsgrau bis hin zu einem fahlen Gelbgrau. Oft sind weiße Elemente an der
Unterseite, an den Pfoten und am Kopf zu beobachten. Der Mensch nahm sich
wahrscheinlich aus einer Population von Südwölfen nur einige wenige
Exemplare, die auffällig wegen ihrer rötlichen Farbe waren und zu
Basiseltern aller unserer Hunde wurden.
Bei den Lautäußerungen ist das Bellen praktisch bedeutungslos, trotzdem
haben die Dingos mit ihrem Knurren, Winseln, Heulen und „Singen" ein
reichhaltiges Instrumentarium, das ihnen in den angelsächsischen Ländern
den Beinamen „Singing Dog" einbrachte.
4000 Jahre Mensch-Dingo-Beziehung
Untersuchungen in dem
archäologisch wenig bearbeiteten Australien haben ergeben, dass der Dingo
seit vielleicht 8.000 Jahren diesen Kontinent bewohnt. Die
Mensch-Hund-Beziehung zwischen Dingo und Aborigines - in einigen ihrer
vielen Sprachen wird er „Warragal" genannt - lässt sich
archäologisch rund 4.000 Jahre zurückdatieren: In Südaustralien wurde ein
Grab mit zwei Skeletten gefunden, ein Mann mit einem Jungen (vielleicht
Vater und Sohn?), wobei der Mann ein Stirnband und eine Kette aus
Hundezähnen trägt. Weiterhin (vielleicht nur Zufall, aber dennoch
interessant) merkwürdig: Eine der ältesten gefundenen Hundefossilien aus
Deutschland und ebenfalls auf einer niedrigen Domestikationsstufe stehend,
der berühmte Hund aus dem Senckenberg-Moor bei Frankfurt, hat erstaunliche
Ähnlichkeit mit dem Dingo.
Verdrängte den Beutelwolf
Die Ankunft des Dingos war für viele der endemischen Beuteltiere eine
Katastrophe, insbesondere für den berühmten „Australischen
Beutelwolf", der natürlich kein Wolf, sondern ein beutegreifendes
fleischfressendes Beuteltier war, das in der archaischen Fauna Australiens
die ökologische Nische eines Großraubtieres innehatte. Diese einheimischen
Beutelwölfe hatten bis zum Erscheinen des Dingos keine Konkurrenten. Der
Dingo, als schneller Rudeljäger und ihm auch in Hinsicht auf Intelligenz
vermutlich überlegen (das durchschnittliche Gehirngewicht von 30
Beutelwölfen wurde einmal mit 55 g bestimmt, dasjenige von Dingos erreicht
mit über 90 g fast das doppelte Gewicht), fand ein Schlaraffenland vor, in
dem er dessen ökologische Nische direkt besetzte und ihn somit zum
Aussterben verurteilte. Lediglich auf Tasmanien, wo der Dingo nicht hinkam,
überlebte der Beutelwolf bis vermutlich in die 1930er Jahre. Auf dem
australischen Kontinent konnte der Dingo seinen einmal begonnenen Siegeszug
fortsetzen.
Bis zu 50 km/h
Der Dingo, der als Hetzjäger Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreicht
und somit den klassischen Windhunden ebenbürtig ist, jagte - canidentypisch
- zuerst kleinere Säuger wie Beutelmäuse, aber auch größere Tiere bis
hin zu Kängurus, deren großwüchsige Arten sich wehrhaft zu verteidigen
wussten. Die Jagd auf diese größeren Beutetiere erfolgt deshalb in Trupps
von 5-6 Hunden. Auch an Fallwild, Aas u.ä. sind zuweilen größere
Ansammlungen von Dingos zu beobachten. In seiner übrigen Lebensweise
ähnelt der Dingo in manchen Zügen den Schakalen oder auch unseren
Füchsen; tagsüber liegt er - besonders wenn er die Bejagung durch den
Menschen fürchten muss - in seinem Versteck verborgen, vielleicht eine
Höhle, eine Felsspalte oder auch nur ein umgestürzter Baum. Mit
fortgeschrittener Dämmerung streift er dann des Nachts umher und sucht
vornehmlich kleine Bodentiere.
Es droht der genetische Tod
Dingos werden als territorial
angesehen, obwohl sie saisonabhängig auch ausgedehnte Wanderungen
unternehmen können. Das Territorium wird durch Markieren abgegrenzt. Der
Familienverband bleibt über längere Zeiträume zusammen, auch hilft der
Rüde der Fähe bei der Aufzucht der maximal 5 - 7 Welpen. Aus Zoohaltungen
wissen wir, dass die maximale Lebenserwartung der Dingos bei knapp 15 Jahren
liegt; nun wird hier auch, wie generell bei Tieren in menschlicher Obhut,
die Lebensspanne in freier Wildbahn deutlich geringer sein. Er ist, das
braucht nicht betont zu werden, voll fortpflanzungsfähig auch mit den
Hunden aus Hochleistungszuchten; und er soll an der Entstehung einer
australischen Hunderasse beteiligt sein, dem Hütehund „Queensland Blue
Heeler". Die Vermischung mit modernen Haushunden stellt eine Gefahr des
Aussterbens für den Dingo dar, denn durch das Aufgehen seines genetischen
Materials in Hunderassen droht ihm der „genetische Tod".
Kein Jagdhund
Der Dingo ist bis heute das einzige Haustier einer ganzen Anzahl
verschiedener Stämme der Aborigines. Er erfüllt Aufgaben, von denen wir
vermuten oder auch wissen, dass unsere Hunde zu Beginn der Domestikation
ähnliche Aufgaben hatten. Zunächst ist er, für viele erstaunlich, kein
Jagdhund. Dingo und Aborigines sind zwar beide für sich phantastische
Jäger, sie jagen aber nicht gemeinsam. Auch bei den frühen europäischen
Hunden gibt es viele Hinweise, dass sie erst zu einem relativ späten
Zeitpunkt in ihrer Geschichte die Jagdkumpane des Mannes wurden.
Auch heute noch werden die Dingos nächtens als „Wärmekissen"
benutzt, vermutlich eine der ältesten Verwendungsformen des Hundes für den
menschlichen Komfort, die wir in allen kalten Klimaten der Erde bei noch
ursprünglich und naturnah lebenden Völkern wiederfinden können. Die Hunde
werden am Lager gehalten, haben Wachfunktion, sind Spielgenossen für die
Kinder, lebender Fleischvorrat, beseitigen organische Abfälle und
menschliche Fäkalien rund um die Lagerplätze, und sie folgen den Clans auf
ihren oft ausgedehnten Wanderungen. Für viele dieser Clans haben diese
Dingos eine besondere Bedeutung als Totemtiere und erscheinen auch immer
wieder auf den vergänglichen Sandbildern, deren Motive so alt sind wie die
Kunst der „Traumzeit" der Aborigines.
Hohe Eigenständigkeit
Von jung an aufgezogen und gut auf den Menschen sozialisiert,werden Dingos äußerst
anhänglich. Sie bei uns Zuhause zu halten ist praktisch nicht möglich, da
sie oft unter starken Separationsängsten leiden und versuchen, mit aller
Macht zu uns zu kommen, wenn wir sie einmal alleine gelassen haben. Hierbei
kennt der Dingo wegen seiner stark ausgeprägten Problemlösungsfähigkeit
keine Hindernisse, und er weiß immer auch sonst sehr gut, seine momentanen
Interessen durchzusetzen. Er ist sehr lernbegierig und aufnahmefähig,
wendet das Gelernte aber nur dann an, wenn er einen Sinn darin sieht und er
es selbst will. Die durch das geringe Domestikationsniveau bedingte
Eigenständigkeit des Dingos, der ihn aber auch immer aus der Haltung
ausreißen und wieder den Einfluss des Menschen verlassen ließ, ist
vielleicht einer der Gründe, dass der Dingo niemals mehr einer „Neudomestikation"
(ZIMEN) unterlag.
Überleben des Dingos gefährdet
Das Überleben des australischen Dingos ist nicht nur durch den „genetischen
Tod", d.h. das Aufgehen in Hunderassen aus Hochzuchten, gefährdet.
Vermutlich vegetiert eine größere Anzahl von ihnen in der Obhut von
Tiergärten, als dass sie ihre alte Lebensweise beibehalten dürfen. Der
australische Dingo ist massiv vom
Aussterben bedroht. Bis 1964 wurden Prämien für seine Erlegung gezahlt,
und man verfolgte ihn gnadenlos mit Falle, Gift und Gewehr, weil man
glaubte, er füge den Schafen großen Schaden zu. Diese scharfe Bejagung,
wobei auch säugende Fähen nicht verschont wurden, seit Mitte des 19.
Jahrhunderts, ist einer der Gründe für die Umstellung auf die nächtliche
Lebensweise des Dingos. Vermutlich hat lediglich in Nordaustralien im Gebiet
der unzugänglichen Kimberley-Berge eine lebensfähige Population des Dingos
überlebt.
Inzwischen hat es sich herausgestellt, dass es nicht der eigentliche Dingo
ist, der Schafe reißt, sondern seine Mischlingsprodukte, hauptsächlich aus
Verpaarungen mit großwüchsigen Schäferhundrassen, die auch dem Menschen
gegenüber ein geringeres Scheuverhalten zeigen und durchaus aggressiv
auftreten können. Durch Magenuntersuchungen an einer Reihe von getöteten
Dingos fand man heraus, dass lediglich 4% der Mageninhalte aus Schaffleisch
bestanden, der überwiegende Anteil waren Kaninchen. Diese Schafe werden
zudem schwache, kranke oder schon verendete Tiere gewesen sein, die die
Dingos hauptsächlich während der Dürre- und Trockenperioden erbeuten.
Durch die Verfolgung des Dingos entstand der Schafzucht ein sehr viel
größerer ökonomischer Schaden als der durch direkten Schafraub
verursachte: Die ebenfalls aus Europa eingeführten Kaninchen, die sich
durch die reduzierten Dingobestände explosionsartig entwickeln konnten,
fraßen den Schafen die wertvolle Grasnarbe weg und ließen viele einstmals
wertvolle Weidegebiete versteppen und für die Schafzucht unrentabel werden.
Die vor Jahrzehnten gehegte Hoffnung, der Dingo könne sich aufgrund seiner
Vorsicht und Schlauheit den Nachstellungen durch die Schafzüchter
gegenüber behaupten und er habe deswegen gute Überlebenschancen, haben
sich leider als falsch herausgestellt.
Privathaltung verboten
Die Haltung von Dingos in Privathand ist verboten, obwohl er ja kein Wild-,
sondern ein echtes Haustier ist. Trotz allem sollte keinesfalls gefordert
werden, dass er in den Stand einer neuen Hunderasse erhoben wird: Hierdurch
würde einmal der Schutzstatus der letzten freilebenden Dingos wegfallen,
zum anderen würden diese herrlichen und ursprünglichen Hunde mit
Sicherheit in wenigen Generationen den Torheiten von Rassestandards und
ähnlichen Anforderungen an eine „Schönheitszucht" zum Opfer fallen.
Der Dingo hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten zum australischen
Nationalhund gemausert, dennoch ist „Dingo" als Schimpfwort die
schlimmste Beleidigung geblieben, die man „down under" kennt. Unter
Hundekennern sollte sie allerdings eher als Kompliment aufgefasst werden -
vielleicht ändern sich hier auch einmal die Zeiten.
Das Aussterben ursprünglicher Hunderassen kann auch für unsere aus
Hochleistungszuchten stammenden Rassen eine potenzielle Gefahr darstellen.
Bei unseren Hunden ist nämlich durch generationenlange Engzuchten auf
einige wenige Merkmale die überlebensnotwendige genetische Vielfalt
verloren gegangen, und wahrscheinlich werden wir eines nicht allzu fernen
Tages auf den reichen Genpool dieser Urhunde zurückgreifen müssen, um
unsere Hunde durch Einkreuzen von neuem genetischem Material zu retten.
Mit dem Verschwinden der Dingos wäre unsere Welt nicht nur um eine
faszinierende Tierart ärmer, sondern auch - und genauso bedauerlich - um
ein Stück Kulturerbe: Der Dingo erlaubt einen direkten Blick in die ferne,
aber gemeinsame Vergangenheit des uralten und überaus erfolgreichen
Gespannes Mensch-Hund.
|