Der gefährliche Hund - und wie man ihn herstellt

Keine Anleitung, sondern eine Warnung

 

In dem Buch "HERR und HUND" beschreibt Thomas Mann sein leben mit dem Hühnerhund Bauschan. Und wer heute dieses Buch liest, fühlt sich zurückversetzt in längst vergangene Zeiten: Damals  -1919 - durfte ein Hund noch jagen, raufen, streunen und durchaus einmal seinen Herrn widersprechen, ohne das gleich die Welt unterging. Damals war ein Hund noch ein Hund, kein umhegter Kinderersatz, aber auch kein gefürchtetes Monster.

Auch unser erster Hund wuchs vor 30 Jahren so auf wie Generationen von Hunden vor ihm: frei umherstreunend, ohne Halsband und Leine, ohne Hundeplatz oder Begleithundeausbildung. Er wuchs in einem 1000-Seelen-Dorf heran, war Spielkamerad von mitunter mehr als einem Dutzend Kindern. Kannte jeden anderen Hund im Dorf und begleitet uns überallhin, auch ins Hotel, an den Strand. Nein er war kein Schmusebär, kein Allerweltsliebling, der überall nur Freunde vermutete und auch fand. Er war ein selbstbewusster, imposanter Boxerrüde von 40kg Gewicht. Er unterschied sehr genau zwischen" Freund und Feind" und heilt mit seiner Meinung nie hinterm Berg. Die Nachbarn nannten ihn Höllenhund, aber ihre Kinder ließen sie mit ihm spielen. Sorgen musste ich mir seinetwegen nie machen. Der Rüde mochte Kinder und die Kinder respektierten den Rüden. Und wenn er doch einmal mürrisch wurde, brüllten sie sich gegenseitig an:" Ärgere den Hund nicht, sonst beißt er!" Dass Hunde beißen, wenn man sie ärgert, wussten die Kinder. Und wer sich "beißen ließ" der galt nicht als Held, als beklagenswertes Opfer, der galt als BLÖDMANN. Der Spott der Freunde war ihm sicher. Seitdem sind 30 Jahre ins Land gegangen, in denen sich heimlich vieles verändert hat. Wir wohnen immer noch auf dem land, in einem großem Haus mit einem großen garten am Ortsrand.

Aber Faworek, unser Jüngster, hat die Strasse noch nie frei betreten. Und der Vorgarten ist für ihn TABU. Dabei ist Faworek absolut kein Höllenhund. Im Gegenteil: Er ist sanft, gelassen, menschenfreundlich, und ich könnte ihn, ohne Aufsicht und Leine, heute noch auf jeden Kindergeburtstag schicken. Aber ich es nicht - weil ihm die Übung Fehlt. Weil er sich draußen nie frei bewegen durfte. Weil er von Anfang an - schon wegen seiner Größe - als gefährlich galt. Die Wende im Verhältnis Mensch- Hund kam mit dem Jahren 1985: Damals wurden innerhalb von 12 Monaten hierzulande Menschen durch Hundebisse getötet. Eine absolute Katastrophe. Die Presse griff das Thema auf. Das Wort "KILLERHUND" wurde geboren. Und ehe sich die große Aufregung noch legen konnte, schwemmte die Kampfhundewelle aus Amerika übers Land. Die Öffentlichkeit war alarmiert. Die Politiker sahen Handlungsbedarf. Gesetze und Verordnungen schossen wie Pilze aus dem Boden.

Was ist juristisch gesehen ein gefährlicher Hund??

Als gefährlich gilt - nach der Gefahrenverordnung ein Hund der:

  1. sich als bissig erwiesen hat ,oder
  2. in gefahrdrohender weise Menschen  anspringt, oder
  3. dazu neigt, Wild, Vieh, Katzen, oder andere Hunde zu hetzen

Gegen Punkt 1) wird kein vernünftiger Mensch etwas einzuwenden haben. Ein Hund, der beißt, gehört an die Leine, in sicher Hände, und eigentlich zum Hundetherapeuten.

Partner Hund  10/97    Gudrun Beckmann 

 

Buchtipp:
In diesem Buch finden Sie alles was sie über die Erziehung Ihres Hundes wissen sollten. Das Buch ist sehr empfehlenswert und sollte von jedem Hundebesitzer, egal ob Rassehund oder Mix, gelesen werden, da Sie dort sehr viel über das Verhalten des Hundes erfahren!

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